Der eine schien dem anderen hinter K.s Rücken einen sanften Vorwurf wegen des mißverständlichen Stehenbleibens zu machen, dann gingen sie weiter. So kamen sie rasch aus der Stadt hinaus, die sich in dieser Richtung fast ohne Übergang an die Felder anschloß. In den Sommermonaten der Jahre 1910 bis 1912 führten ihn Reisen und Kuraufenthalte nach Italien, Frankreich, Deutschland, Ungarn und in die Schweiz. Wollen Sie Ihren großen, verfluchten Prozeß dadurch zu einem raschen Ende bringen, daß Sie mit uns, den Wächtern, über Legitimation und Verhaftbefehl diskutieren? »Richtig«, sagte der Onkel, »aber jetzt rede.« Mit geneigtem Kopf, eine Zigarre in kurzen, eiligen Zügen rauchend, hörte er zu. Niemand will ihm den Grund der Anklage oder nähere Details erzählen. Sie hielten die Schultern eng hinter den seinen, knickten die Arme nicht ein, sondern benützten sie, um K.s Arme in ihrer ganzen Länge zu umschlingen, unten faßten sie K.s Hände mit einem schulmäßig eingeübten, unwiderstehlichen Griff. Kurzinhalt, Zusammenfassung: "Der Prozeß" von Franz Kafka . Überall lag der Mondschein mit seiner Natürlichkeit und Ruhe, die keinem anderen Licht gegeben ist. Bücher › Schule & Lernen ... Kafka lures us onto a stage which is familiar and opaque, in which his players are crushed by the forces that weigh on them from above. Gleich nach der Begrüßung – sich in den Fauteuil zu setzen, wozu ihn K. einlud, hatte er keine Zeit – bat er K. um ein kurzes Gespräch unter vier Augen. Die Tür hatte sich noch kaum geschlossen, als der Onkel ausrief: »Endlich ist der Hampelmann weggegangen, jetzt können doch auch wir gehen. Es war nicht ganz sicher, ob sie es war, die Ähnlichkeit war freilich groß. Darauf brauchten die Herren nicht zu antworten, es genügte, daß sie den Griff nicht lockerten und K. von der Stelle wegzuheben versuchten, aber K. widerstand. Stattdessen erklären ihm Franz und Willem, zwei Beamte einer nebulösen Behörde, dass er verhaftet ist! »Was ist wahr? Jetzt eBook sicher bei Weltbild.de runterladen & bequem mit Ihrem Tablet oder eBook Reader lesen. K., der vor dem Schreibtisch stand, erklärte dem jungen Mann, der kühl, aber aufmerksam zuhörte, mit leiser Stimme unter Zuhilfenahme verschiedener Schriftstücke, was in seiner Abwesenheit heute noch erledigt werden müsse. Er sagte, das dürfte wohl sein, denn es handle sich wahrscheinlich um den Prozeß, der gegen den Herrn Prokuristen geführt werde. Zunächst fest entschlossen, den Prozeß als etwas Beiläufiges zu betrachten, gerät K. immer stärker in den Sog der allgegenwärtigen Untersuchungsbehörden. Du bist auch ein wenig abgemagert, jetzt merke ich es. Ist es wahr, kann es denn wahr sein?« »Lieber Onkel«, sagte K. und riß sich von seiner Zerstreutheit los, »ich weiß ja gar nicht, was du von mir willst.« »Josef«, sagte der Onkel warnend, »die Wahrheit hast du immer gesagt, soviel ich weiß. Der Onkel störte, indem er zuerst mit großen Augen und nervösem Lippenbeißen dabeistand, ohne allerdings zuzuhören, aber der Anschein dessen war schon störend genug. Franz Kafka Der Proces Kapitel Verhaftung Erster Absatz Quotes By Albert Einstein On Intelligence Kafka Der Proces Zitate „Du und ich: Wir sind eins. Wir sind niedrige Angestellte, die sich in einem Legitimationspapier kaum auskennen und die mit Ihrer Sache nichts anderes zu tun haben, als daß sie zehn Stunden täglich bei Ihnen Wache halten und dafür bezahlt werden. Nachdem ich eine Zeitlang ruhig gewartet hatte, fragte ich einen Diener, ob die Verhandlung noch lange dauern werde. Wer war es? Man sah förmlich noch die säubernde Hand, die in ihre Augenwinkel gefahren, die ihre Oberlippe gerieben, die die Falten am Kinn ausgekratzt hatte. von Franz Kafka Gebundene Ausgabe 18,00 € Nur noch 1 auf Lager. Wo war das hohe Gericht, bis zu dem er nie gekommen war? »Was habe ich gehört, Josef?« rief der Onkel, als sie allein waren, setzte sich auf den Tisch und stopfte unter sich, ohne hinzusehen, verschiedene Papiere, um besser zu sitzen. Schon damals hatte er ihn zu sehen geglaubt, wie er, ein wenig gebückt, den eingedrückten Panamahut in der Linken, die Rechte schon von weitem ihm entgegenstreckte und sie mit rücksichtsloser Eile über den Schreibtisch hinreichte, alles umstoßend, was ihm im Wege war. Die Männer behaupten, für Sie schreibt: ›Josef habe ich schon lange nicht gesehen, vorige Woche war ich einmal in der Bank, aber Josef war so beschäftigt, daß ich nicht vorgelassen wurde; ich habe fast eine Stunde gewartet, mußte dann aber nach Hause, weil ich Klavierstunde hatte. Sie kamen durch einige ansteigende Gassen, in denen hie und da Polizisten standen oder gingen; bald in der Ferne, bald in nächster Nähe. »Sie sind nicht darauf vorbereitet, gefragt zu werden«, sagte sich K. und ging seinen Hut holen. Schon auf der Treppe wollten; sich die Herren in K. einhängen, aber K. sagte: »Erst auf der Gasse, ich bin nicht krank.« Gleich aber vor dem Tor hängten sie sich in ihn in einer Weise ein, wie K. noch niemals mit einem Menschen gegangen war. Die Herren nickten, einer zeigte mit dem Zylinderhut in der Hand auf den anderen. Vollständig konnte er sich nicht bewähren, alle Arbeit den Behörden nicht abnehmen, die Verantwortung für diesen letzten Fehler trug der, der ihm den Rest der dazu nötigen Kraft versagt hatte. Keiner der drei Männer will sich legitimieren, und K. ist ratlos. »Man sucht auf billige Weise mit mir fertig zu werden.« K. wendete sich plötzlich ihnen zu und fragte: »An welchem Theater spielen Sie?« »Theater?« fragte der eine Herr mit zuckenden Mundwinkeln den anderen um Rat. Gewiß gab es solche. K. schwieg, er wußte, was kommen würde, aber, plötzlich von der anstrengenden Arbeit entspannt, wie er war, gab er sich zunächst einer angenehmen Mattigkeit hin und sah durch das Fenster auf die gegenüberliegende Straßenseite, von der von seinem Sitz aus nur ein kleiner, dreieckiger Ausschnitt zu sehen war, ein Stück leerer Häusermauer zwischen zwei Geschäftsauslagen. Er wohnt bei Frau Grubach in einem möblierten Zimmer zur Untermiete. »Vielleicht sind es Tenöre«, dachte er im Anblick ihres schweren Doppelkinns. Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.Dieser berühmt gewordene Satz eröffnet den Roman Der Prozeß: Auf der Suche nach seinem Richter entdeckt der Angeklagte, dass das Gericht überall ist und ein Entkommen unmöglich. Deine Gleichgültigkeit bringt mich um den Verstand. Der Prozeß: Roman | Kafka, Franz | ISBN: 9783746661032 | Kostenloser Versand für alle Bücher mit Versand und Verkauf duch Amazon. Der Prozeß | Kafka, Franz | ISBN: 9798640971293 | Kostenloser Versand für alle Bücher mit Versand und Verkauf duch Amazon. Versandt und verkauft von Amazon. Dann öffnete der eine Herr seinen Gehrock und nahm aus einer Scheide, die an einem um die Weste gespannten Gürtel hing, ein langes, dünnes, beiderseitig geschärftes Fleischermesser, hielt es hoch und prüfte die Schärfe im Licht. »Das einzige, was ich jetzt tun kann«, sagte er sich, und das Gleichmaß seiner Schritte und der Schritte der beiden anderen bestätigte seine Gedanken, »das einzige, was ich jetzt tun kann, ist, bis zum Ende den ruhig einteilenden Verstand behalten. Hier haben sie alle möglichen Machtmittel, die sie notwendigerweise automatisch auch dir gegenüber anwenden; auf das Land müßten sie aber erst Organe delegieren oder nur brieflich, telegraphisch, telephonisch auf dich einzuwirken suchen. Wie erwähnt, wurde ich in der Bank nicht zu ihm vorgelassen, weil er gerade mit einem Herrn verhandelte. Sie nennen ihm weder den Grund für seine Verhaftung noch, in wessen Namen sie handeln. »Das Gespenst vom Lande« pflegte er ihn zu nennen. Ich hätte gern mit ihm gesprochen, vielleicht wird sich nächstens eine Gelegenheit finden. Aber an K.s Gurgel legten sich die Hände des einen Herrn, während der andere das Messer ihm tief ins Herz stieß und zweimal dort drehte. Der Onkel, der sich in K. eingehängt hatte, fragte nicht mehr so dringend nach dem Prozeß, sie gingen sogar eine Zeitlang schweigend weiter. ", drohte Max Brod im August 1919 scherzhaft seinem Freund Franz Kafka. In Gehröcken, bleich und fett, mit scheinbar unverrückbaren Zylinderhüten. Dieser Artikel: Der Prozeß. Wie kann es denn wahr sein? »Je ruhiger ich bin, desto besser ist es für den Ausgang«, sagte K. müde, »fürchte nichts.« »Das kann mich nicht beruhigen!« rief der Onkel, »Josef, lieber Josef, denke an dich, an deine Verwandten, an unsern guten Namen! Nach Austausch einiger Höflichkeiten hinsichtlich dessen, wer die nächsten Aufgaben auszuführen habe – die Herren schienen die Aufträge ungeteilt bekommen zu haben -, ging der eine zu K. und zog ihm den Rock, die Weste und schließlich das Hemd aus. Kafka, wie er schreibt und webt: Die Oxforder Oktavhefte pflegen einen hehren Textpurismus, wittern mitunter aber Tiefsinn unter den Graphitspuren. Ich will nicht, daß man das sagt. Drittes Kapitel. Wo war der Richter, den er nie gesehen hatte? Anmelden Konto und Listen Anmelden Konto und Listen Warenrücksendungen und Bestellungen Entdecken Sie Prime Einkaufswagen. Kurzzusammenfassung von Kafkas Prozess bei xlibris.de Sehr(!) »Daß das schlimm ist, meine ich«, wiederholte der Onkel. Einer mit buschigem Schnurrbart, die Hand am Griff des Säbels, trat wie mit Absicht nahe an die nicht ganz unverdächtige Gruppe. »Es ist notwendig«, sagte er, mühselig schluckend, »zu meiner Beruhigung ist es notwendig.« K. schickte sofort die Diener aus dem Zimmer, mit der Weisung, niemand einzulassen. Siebtes Kapitel. Trotz aller Anstrengung, die sie sich gaben, und trotz allem Entgegenkommen, das ihnen K. bewies, blieb seine Haltung eine sehr gezwungene und unglaubwürdige. Viertes Kapitel. »Wie?« sagte K. und sah den Onkel an. Ein kleiner Steinbruch, verlassen und öde, lag in der Nähe eines noch ganz städtischen Hauses. Der Roman `Der Prozess` von Franz Kafka. Sechstes Kapitel . Die Herren wußten scheinbar keine Antwort, sie warteten mit dem hängenden, freien Arm, wie Krankenwärter, wenn der Kranke sich ausruhen will. Auf der Arbeit erfährt Josef K., dass eine erste Anhörung für den nächsten Sonntag in der Juliusstraße 48 angesetzt wurde, wobei er sich selbst einen … Es handelt sich natürlich um die Bank?« »Nein«, sagte K. und stand auf, »du sprichst aber zu laut, lieber Onkel, der Diener steht wahrscheinlich an der Tür und horcht. Aber er tat es nicht, sondern drehte den noch freien Hals und sah umher. Der Prügler. Kafka verwendet eine radikale personale Erzählperspektive. »Ich gehe nicht weiter«, sagte K. versuchsweise. K. wußte jetzt genau, daß es seine Pflicht gewesen wäre, das Messer, als es von Hand zu Hand über ihm schwebte, selbst zu fassen und sich einzubohren. Details. Nur seiner Entschlossenheit - das war oft zu hören in der letzten Zeit - ist es zu verdanken, dass Kafkas Nachlass überhaupt veröffentlicht wurde. Es war sehr rührend, und mit den Theaterkarten, die er ihr von jetzt ab regelmäßig schicken wollte, gewiß nicht genügend belohnt, aber zu Besuchen in der Pension und zu Unterhaltungen mit einer kleinen achtzehnjährigen Gymnasiastin fühlte er sich jetzt nicht geeignet. 1. »Ich wollte ja gar nicht stehenbleiben«, sagte er zu seinen Begleitern, beschämt durch ihre Bereitwilligkeit. Die Prozeß-Unterlagen, das 1951 bei C. H. Beck erschien, öffnete Anders die Tür u. a. zur Münchener Zeitschrift Merkur, deren Herausgeber Hans Paeschke mehrere Kapitel des ersten Bandes seines Hauptwerks Die Antiquiertheit des Menschen vorabdruckte. Diesen Interpretationsmodellen soll mit dieser Einheit kein weiteres hinzugefügt werden. Josef K., der Prokurist einer Bank, wacht am Morgen seines 30. Er stand gleich auf und sah die Herren neugierig an. Doch nicht ein Strafprozeß?« »Ein Strafprozeß«, antwortete K. »Und du sitzt ruhig hier und hast einen Strafprozeß auf dem Halse?« rief der Onkel, der immer lauter wurde. Er sagte, das dürfte wohl sein, denn es handle sich wahrscheinlich um den Prozeß, der gegen den Herrn Prokuristen geführt werde. Die Herren setzten K. auf die Erde nieder, lehnten ihn an den Stein und betteten seinen Kopf obenauf. Der Onkel • Leni. Jetzt ließen sie K. los, der stumm wartete, nahmen die Zylinderhüte ab und wischten sich, während sie sich im Steinbruch umsahen, mit den Taschentüchern den Schweiß von der Stirn. Endlich!« Es gab leider kein Mittel, den Onkel zu bewegen, in der Vorhalle, wo einige Beamte und Diener herumstanden und die gerade auch der Direktor-Stellvertreter kreuzte, die Fragen wegen des Prozesses zu unterlassen. Kapitel. Geburtstags gut gelaunt auf und läutet nach dem Frühstück. Ich wollte immer mit zwanzig Händen in die Welt hineinfahren und überdies zu einem nicht zu billigenden Zweck. Hier machten die Herren halt, sei es, daß dieser Ort von allem Anfang an ihr Ziel gewesen war, sei es, daß sie zu erschöpft waren, um noch weiter zu laufen. Soll ich nun zeigen, daß nicht einmal der einjährige Prozeß mich belehren konnte? Der eine Herr bat daher den anderen, ihm für ein Weilchen das Hinlegen K.s allein zu überlassen, aber auch dadurch wurde es nicht besser. Verhaftung • Gespräch mit Frau Grubach dann Fräulein Bürstner. Josef, nimm dich doch zusammen. Lektürehilfen und Interpreta-tionen, auch speziell für den Gebrauch in der Schule, liegen in großer Anzahl und umfassender thematischer Breite vor. Unter ihnen, jetzt unsichtbar, führten Kieswege mit bequemen Bänken, auf denen K. in manchem Sommer sich gestreckt und gedehnt hatte. Ein guter Mensch? Ich werde dir natürlich auch jetzt noch helfen, nur ist es jetzt, wenn der Prozeß schon im Gange ist, sehr schwer. Das schwächt natürlich die Wirkung ab, befreit dich zwar nicht, aber läßt dich aufatmen.« »Sie könnten mir ja verbieten, wegzufahren«, sagte K., den die Rede des Onkels ein wenig in ihren Gedankengang gezogen hatte. Ein Freund? Wie ein Licht aufzuckt, so fuhren die Fensterflügel eines Fensters dort auseinander, ein Mensch, schwach und dünn in der Ferne und Höhe, beugte sich mit einem Ruck weit vor und streckte die Arme noch weiter aus. Er ekelte sich vor der Reinlichkeit ihrer Gesichter. Kafka fühlte sich als einsamer und unverstandener Einzelgänger, nur mit Max Brod und Franz Werfel verband ihn Freundschaft; bekannt war er auch mit Martin Buber und Johannes Urzidil. Titel: Der Prozeß Autor/en: Franz Kafka EAN: 9783945909867 Format: EPUB ohne DRM idb 21. Er setzte sich in Gang, und von der Freude, die er dadurch den Herren machte, ging noch etwas auf ihn selbst über. Ich hatte vergessen, es Euch damals zu schreiben, erst jetzt, da Ihr mich fragt, erinnere ich mich daran. Es war eine Einheit, wie sie fast nur Lebloses bilden kann. »Ich werde nicht mehr viel Kraft brauchen, ich werde jetzt alle anwenden«, dachte er. Mit brechenden Augen sah noch K., wie die Herren, nahe vor seinem Gesicht, Wange an Wange aneinandergelehnt, die Entscheidung beobachteten. Von 1929 bis 1937 war er mit der politischen Philosophin Hannah Arendt (1906 1975) verheiratet. Alle drei zogen nun in vollem Einverständnis über eine Brücke im Mondschein, jeder kleinen Bewegung, die K. machte, gaben die Herren jetzt bereitwillig nach, als er ein wenig zum Geländer sich wendete, drehten auch sie sich in ganzer Front dorthin. Zweites Kapitel. Trotzdem wäre es vielleicht gut, wenn Du, liebster Vater, bei Deinem nächsten Besuch der Sache nachgehen wolltest, es wird Dir leicht sein, Genaueres zu erfahren und, wenn es wirklich nötig sein sollte, durch Deine großen, einflußreichen Bekanntschaften einzugreifen. Soll ich als ein begriffsstutziger Mensch abgehen? Free kindle book and epub digitized and proofread by Project Gutenberg. Wir wollen lieber weggehen. Dies werde auch sicher geschehen, und es werde schließlich ein gutes Ende nehmen, vorläufig aber stehe es, wie er aus der Laune des Herrn Prokuristen entnehmen könne, gar nicht gut. Ich bin dafür dankbar, daß man mir auf diesem Weg diese halbstummen, verständnislosen Herren mitgegeben hat und daß man es mir überlassen hat, mir selbst das Notwendige zu sagen.«. Als er sie gefunden hatte, winkte er, und der andere Herr geleitete K. hin. Dabei mußte ihm K., der ihm als seinem gewesenen Vormund besonders verpflichtet war, in allem möglichen behilflich sein und ihn außerdem bei sich übernachten lassen. Er ging zum Fenster und sah noch einmal auf die dunkle Straße. Die Freundin des Fräulein Bürstner. Deine Haltung«, er sah K. mit schief geneigtem Kopfe an, »gefällt mir nicht, so verhält sich kein unschuldig Angeklagter, der noch bei Kräften ist. Nach einer kleinen Förmlichkeit bei der Wohnungstür wegen des ersten Eintretens wiederholte sich die gleiche Förmlichkeit in größerem Umfange vor K.s Tür. Außerdem aber wirst du dadurch dem Gericht gewissermaßen entzogen sein. Das war unrichtig. »Hier ist es. Von 1929 bis 1937 war er mit der politischen Philosophin Hannah Arendt (1906 1975) verheiratet. Seine Blicke fielen auf das letzte Stockwerk des an den Steinbruch angrenzenden Hauses. Am 4. Der Onkel, in seiner Aufregung, zeigte ihm mit der Hand, daß K. ihn habe rufen lassen, woran auch sonst kein Zweifel gewesen wäre. Kafka geht aber weiter. Sag mir nur schnell, worum es sich handelt, damit ich dir helfen kann. Sein Buch Kafka: Pro und Contra. Kindle-Shop . Kapitel ERSTES KAPITEL VERHAFTUNG • GESPRÄCH MIT FRAU GRUBACH • DANN FRÄULEIN BÜRSTNER Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet. Personale Erzählperspektive bedeutet eigentlich, dass ein Erzähler einen Standpunkt in der Handlung wählt, nur solche Dinge berichtet, die auch den anderen Figuren zugänglich sind, und sich selbst jedes Kommentars enthält. Du weißt, daß ich für dich alles tue, ich bin ja gewissermaßen noch dein Vormund und war bis heute stolz darauf. Der Prokurist einer Bank, Josef K., wird an seinem dreißigsten Geburtstag morgens im Bett von den beiden Wächtern Franz und Willem verhaftet. Die Logik ist zwar unerschütterlich, aber einem Menschen, der leben will, widersteht sie nicht. Ich kann dir die Briefstelle, die dich betrifft, vorlesen.« Er zog den Brief aus der Brieftasche. Eines Nachmittags – K. war gerade vor dem Postabschluß sehr beschäftigt – drängte sich zwischen zwei Dienern, die Schriftstücke hineintrugen, K.s Onkel Karl, ein kleiner Grundbesitzer vom Lande, ins Zimmer. Die Verwandlung (Große Klassiker zum kleinen Preis, Band 7) von Franz Kafka Gebundene Ausgabe 3,95 € Auf Lager. Zu meinem Namenstag hat er mir eine große Schachtel Schokolade geschickt, es war sehr lieb und aufmerksam. Franz Kafka. Sollte es aber nicht nötig sein, was ja das wahrscheinlichste ist, so wird es wenigstens Deiner Tochter bald Gelegenheit geben, Dich zu umarmen, was sie freuen würde.‹ – Ein gutes Kind«, sagte der Onkel, als er die Vorlesung beendet hatte, und wischte einige Tränen aus den Augen fort. K. fröstelte unwillkürlich, worauf ihm der Herr einen leichten, beruhigenden Schlag auf den Rücken gab. Der Prozeß. K. erschrak bei dem Anblick weniger, als er schon vor längerer Zeit bei der Vorstellung vom Kommen des Onkels erschrocken war. Dann legte er die Sachen sorgfältig zusammen, wie Dinge, die man noch gebrauchen wird, wenn auch nicht in allernächster Zeit. Franz Kafka, geboren 1883 in Prag, gestorben 1924 in der Nähe von Wien, gehört zu den einflussreichsten und rätselhaftesten Schriftstellern des zwanzigsten Jahrhunderts. Volltext von Kafkas 'Der Prozeß' bei spiegel.gutenberg.de Der Text ist auf verschiedene Webseiten verteilt, was etwas traurig ist, wenn man längere Passagen verwerten will. Doch heute kommt niemand, der ihm das Frühstück ans Bett bringt. War es ein einzelner? knappe Zusammenfassung des "Process"'. Die Köchin der Frau Grubach, seiner Zimmervermieterin, die ihm jeden Tag gegen acht Uhr … Gab es Einwände, die man vergessen hatte? Am Vorabend seines einunddreißigsten Geburtstages – es war gegen neun Uhr abends, die Zeit der Stille auf den Straßen – kamen zwei Herren in K.s Wohnung. »Die Herren werden schwere Arbeit haben.«, Da stieg vor ihnen aus einer tiefer gelegenen Gasse auf einer kleinen Treppe Fräulein Bürstner zum Platz empor. Schokolade, müßt ihr wissen, verschwindet nämlich in der Pension sofort, kaum ist man zum Bewußtsein dessen gekommen, daß man mit Schokolade beschenkt worden ist, ist sie auch schon weg. Ein Prozeß ist eröffnet, dessen Anklage unbekannt, dessen Dauer unabsehbar und dessen Richter unauffindbar sind. »Alte, untergeordnete Schauspieler schickt man um mich«, sagte sich K. und sah sich um, um sich nochmals davon zu überzeugen. Die Herren stockten, der Polizeimann schien schon den Mund zu öffnen, da zog K. mit Macht die Herren vorwärts. »Und was sagst du jetzt?« fragte der Onkel, der durch den Brief alle Eile und Aufregung vergessen hatte und ihn noch einmal zu lesen schien. »Vor allem, Onkel«, sagte K., »handelt es sich gar nicht um einen Prozeß vor dem gewöhnlichen Gericht.« »Das ist schlimm«, sagte der Onkel. Aus keinem anderen Grund, aber es scheint ein genügender Grund zu sein. Kafka im Projekt Gutenberg DE mit kurzer, biografischer Einführung und ausgewählten urheberrechtsfreien Volltexten Projekt Gutenberg DE in der Kategorie Kafka, Franz ; Franz Kafka wurde am 3. Gutenberg-DE; Der Prozeß - Text des Romans (www.kafka.uni-bonn.de) Der Prozess - Kapitelübersicht und Roman-Text (www.franz-kafka.net) Materialien . Prime entdecken DE Hallo! Der Onkel befand sich immer in Eile, denn er war von dem unglücklichen Gedanken verfolgt, bei seinem immer nur eintägigen Aufenthalt in der Hauptstadt müsse er alles erledigen können, was er sich vorgenommen hatte, und dürfe überdies auch kein gelegentlich sich darbietendes Gespräch oder Geschäft oder Vergnügen sich entgehen lassen. Den Gedanken, seinen Freund, den Staatsanwalt Hasterer anzurufen, verwi… »Ja, Onkel«, sagte K., »es ist wahr.« »Wahr?« rief der Onkel. Das Fräulein war inzwischen in eine Seitengasse eingebogen, aber K. konnte sie schon entbehren und überließ sich seinen Begleitern. Franz Kafka, Der Prozess 1. »Also, Josef«, begann der Onkel, während er die Verbeugungen der Umstehenden durch leichtes Salutieren beantwortete, »jetzt sag mir offen, was es für ein Prozeß ist.« K. machte einige nichtssagende Bemerkungen, lachte auch ein wenig, und erst auf der Treppe erklärte er dem Onkel, daß er vor den Leuten nicht habe offen reden wollen. Ich werde doch deinen ,Prozeß' auf eigene Faust zu Ende schneidern! Er selbst möchte dem Herrn Prokuristen gerne helfen, denn dieser sei ein guter und gerechter Herr, aber er wisse nicht, wie er es anfangen sollte, und er möchte nur wünschen, daß sich einflußreiche Herren seiner annehmen würden. ", drohte Max Brod im August 1919 scherzhaft seinem Freund Franz Kafka. Du warst bisher unsere Ehre, du darfst nicht unsere Schande werden. Kostenlose Lieferung. Was für ein Prozeß? Als K. das bemerkte, blieb er stehen, infolgedessen blieben auch die andern stehen; sie waren am Rand eines freien, menschenleeren, mit Anlagen geschmückten Platzes. Das bedeutet, daß du einfach gestrichen wirst. Sie duldeten es jetzt, daß er die Wegrichtung bestimmte, und er bestimmte sie nach dem Weg, den das Fräulein vor ihnen nahm, nicht etwa, weil er sie einholen, nicht etwa, weil er sie möglichst lange sehen wollte, sondern nur deshalb, um die Mahnung, die sie für ihn bedeutete, nicht zu vergessen. Auf dem Land wirst du dich kräftigen, das wird gut sein, es stehen dir ja gewiß Anstrengungen bevor. Es war nichts Heldenhaftes, wenn er widerstand, wenn er jetzt den Herren Schwierigkeiten bereitete, wenn er jetzt in der Abwehr noch den letzten Schein des Lebens zu genießen versuchte. Am besten wäre es jedenfalls, wenn du dir jetzt einen kleinen Urlaub nimmst und zu uns aufs Land kommst. Franz Kafkas „Prozeß“ ist seit langem eine traditionelle Unterrichtslektüre. Öfters drehte er sich vorsichtig um, ob der Polizeimann nicht folge; als sie aber eine Ecke zwischen sich und dem Polizeimann hatten, fing K. zu laufen an, die Herren mußten trotz großer Atemnot auch mit laufen. »Warum hat man gerade Sie geschickt!« rief er mehr, als er fragte. In einem beleuchteten Fenster des Stockwerkes spielten kleine Kinder hinter einem Gitter miteinander und tasteten, noch unfähig, sich von ihren Plätzen fortzubewegen, mit den Händchen nacheinander. »Ich glaube nicht, daß sie das tun werden«, sagte der Onkel nachdenklich, »so groß ist der Verlust an Macht nicht, den sie durch deine Abreise erleiden.« »Ich dachte«, sagte K. und faßte den Onkel unterm Arm, um ihn am Stehenbleiben hindern zu können, »daß du dem Ganzen noch weniger Bedeutung beimessen würdest als ich, und jetzt nimmst du es selbst so schwer.« »Josef«, rief der Onkel und wollte sich ihm entwinden, um stehenbleiben zu können, aber K. ließ ihn nicht, »du bist verwandelt, du hattest doch immer ein so richtiges Auffassungsvermögen, und gerade jetzt verläßt es dich? »Wie ein Hund!« sagte er, es war, als sollte die Scham ihn überleben. Das ist mir unangenehm. Ihm fielen die Fliegen ein, die mit zerreißenden Beinchen von der Leimrute wegstrebten. Juli 2015 - epub eBook - 237 Seiten Merken; Empfehlen; Jetzt Leseprobe lesen Leseprobe herunterladen Der Prozeß ist einer der zugleich großartigsten und rätselhaftesten Romane der Weltliteratur. Kundenbewertungen zu Franz Kafka „Der Prozeß“ Noch keine Bewertungen vorhanden Zur Rangliste der Rezensenten. Die Prozeß-Unterlagen, das 1951 bei C. H. Beck erschien, öffnete Anders die Tür u. a. zur Münchener Zeitschrift Merkur, deren Herausgeber Hans Paeschke mehrere Kapitel des ersten Bandes seines Hauptwerks Die Antiquiertheit des Menschen vorabdruckte. K. nickte, er hatte infolge der verschiedenen Störungen der letzten Zeit vollständig Erna vergessen, sogar ihren Geburtstag hatte er vergessen, und die Geschichte von der Schokolade war offenbar nur zu dem Zweck erfunden, um ihn vor Onkel und Tante in Schutz zu nehmen. Books by Kafka, Franz (sorted by - Project Gutenberg . K. gestand sich ein, daß er einen anderen Besuch erwartet hatte. Aber K. lag auch nichts daran, ob es bestimmt Fräulein Bürstner war, bloß die Wertlosigkeit seines Widerstandes kam ihm gleich zum Bewußtsein. Er wird zwar gleich wieder auf freien Fuß gesetzt, doch lebt er fortan unter Anklage. Soll ich als ein begriffsstutziger Mensch abgehen? Soll man mir nachsagen dürfen, daß ich am Anfang des Prozesses ihn beenden wollte und jetzt, an seinem Ende, ihn wieder beginnen will? Einer, der teilnahm? Eine Begründung können sie nicht geben, weil sie ja lediglich auf de… Versandt und verkauft von arubuch. Auch fast alle Fenster auf der anderen Straßenseite waren schon dunkel, in vielen die Vorhänge herabgelassen. Ich will nicht, daß man das sagt. ", drohte Max Brod im August 1919 scherzhaft seinem Freund Franz Kafka. Der Bankangestellte Josef K. wird eines Morgens von zwei Männern verhaftet und später verhört, ohne dass er wüsste, wessen er sich schuldig gemacht haben könnte. Soll man mir nachsagen dürfen, daß ich am Anfang des Prozesses ihn beenden wollte und jetzt, an seinem Ende, ihn wieder beginnen will? Das Schloß von Franz Kafka Gebundene Ausgabe 4,95 € Auf Lager. achtete auf diese Reden kaum, das Verfügungsrecht über seine Sachen, das er vielleicht noch besaß, schätzte er nicht hoch ein, viel wichtiger war es ihm, Klarheit über seine Lage zu bekommen; in War noch Hilfe? Zum Hauptinhalt wechseln. Es war nahe der Bruchwand, es lag dort ein losgebrochener Stein. Auch der Aufseher, der ihn kurz darauf in das Zimmer des Fräulein Bürstner, einer Mitmieterin, einbestellt, verweigert jegliche Auskunft. Veröffentlichen Sie Ihre Kundenbewertung: Kundenbewertung schreiben Diese Artikel könnten Sie auch interessieren. Willst du denn den Prozeß verlieren? »Sie sind also für mich bestimmt?« fragte er. Erste Untersuchung. Sein Buch Kafka: Pro und Contra. Dann aber ging er im Zimmer auf und ab und blieb hie und da vor dem Fenster oder vor einem Bild stehen, wobei er immer in verschiedene Ausrufe ausbrach, wie: »Mir ist es vollständig unbegreiflich!« oder »Jetzt sagt mir nur, was soll denn daraus werden!« Der junge Mann tat, als bemerke er nichts davon, hörte ruhig K.s Aufträge bis zu Ende an, notierte sich auch einiges und ging, nachdem er sich vor K. wie auch vor dem Onkel verneigt hatte, der ihm aber gerade den Rücken zukehrte, aus dem Fenster sah und mit ausgestreckten Händen die Vorhänge zusammenknüllte. Soll ich nun zeigen, daß nicht einmal der einjährige Prozeß mich belehren konnte? Als der Bankangestellte Josef K. eines Morgens erwacht, muss er erschrocken feststellen, dass er angeklagt wurde. Einer, der helfen wollte? Sie standen auf der Freitreppe, die zur Straße führte; da der Portier zu horchen schien, zog K. den Onkel hinunter; der lebhafte Straßenverkehr nahm sie auf. »Wie ist es aber geschehen?« fragte endlich der Onkel, so plötzlich stehenbleibend, daß die hinter ihm gehenden Leute erschreckt auswichen. Juli 1883 als Sohn eines jüdischen Kaufmanns in Prag geboren. Ohne daß ihm der Besuch angekündigt gewesen wäre, saß K., gleichfalls schwarz angezogen, in einem Sessel in der Nähe der Türe und zog langsam neue, scharf sich über die Finger spannende Handschuhe an, in der Haltung, wie man Gäste erwartet. Der Onkel mußte kommen, das stand bei K. schon etwa einen Monat lang fest. Erfahren Sie mehr. Heute habe ich den Brief bekommen und bin natürlich sofort hergefahren. Projekt Gutenberg | Die weltweit größte kostenlose deutschsprachige Volltext-Literatursammlung | Klassische Werke von A bis Z | Bücher gratis online lesen eBook Shop: Der Prozeß von Franz Kafka als Download.